Das Lkw-Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns, Traton, sagte, sie habe angeboten, den US-Nutzfahrzeughersteller Navistar für 35 Dollar pro Aktie, also etwa 2,9 Milliarden Dollar, zu kaufen.

Davon betroffen ist der Aktienkurs von Navistar, der nach Geschäftsschluss um 50 % auf knapp über 36 Dollar pro Aktie stieg, was darauf hindeutet, dass die Investoren ein mögliches Geschäft erwarten könnten, das über dem Eröffnungskurs von Traton liegen könnte. Traton sagte, sein Angebot hänge davon ab, ob es eine Übernahmevereinbarung mit Navistar erreichen kann.

Nachdem Volkswagen im Jahr 2016 den anfänglichen 16,6%-Anteil von Navistar für 256 Millionen Dollar erworben hat, hat es Interesse an der Übernahme der restlichen Anteile bekundet. Die beiden Parteien haben bei der Beschaffung und bestimmten Technologieentwicklungen zusammengearbeitet, mit dem Ziel, die Kosten um 200 Millionen US-Dollar pro Jahr zu senken.

Analysten halten die Investition von Volkswagen in Navistar für sehr sinnvoll, da Volkswagen derzeit keinen großen Einfluss auf dem US-Nutzfahrzeugmarkt hat. Auch auf der Navistar-Seite wird dringend Bargeld benötigt, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Investition von Volkswagen birgt aber auch gewisse Risiken. Der US-Nutzfahrzeugmarkt wird derzeit von Daimler, Volvo und Paccar dominiert. Obwohl Navistar einen Platz hat, ist sein Marktanteil in den letzten Jahren zu schrumpfen begonnen.

Der Aktienkurs von Navistar war bis zum Übernahmeangebot von Traton rückläufig und ist seit Anfang 2020 um fast 17% gefallen. Der US-Lkw-Hersteller hat Investoren mitgeteilt, dass er für dieses Jahr einen Rückgang der Gesamtnachfrage nach Lkw und Schulbussen in seinem Kernmarkt um 20% erwartet.

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